UCC News – Microsoft Ignite 2017

An der diesjährigen Microsoft Ignite 2017 in Orlando Florida wurden viele spannende Neuerungen innerhalb des Portfolios von Microsoft vorgestellt. Speziell im UCC Bereich gab es auch die eine oder andere unerwartete Ankündigung.

Sie fragen sich, welche Neuigkeiten im UCC Bereich kommuniziert wurden? Wir klären Sie hier über die zwei neuen Tools auf:

  • Skype for Business 2019
  • Microsoft Teams

Skype for Business 2019

Nachdem sich Lync in den vergangenen Jahren neu Skype for Business 2015 nennen durfte und sich mit einem neuen Erscheinungsbild und vielen neuen Features präsentierte, gibt es auch in naher Zukunft weitere Änderungen rundum das UCC Thema. Mit dem Office 2019 wird auch ein Skype for Business Client 2019 bereitgestellt und selbstverständlich der noch viel interessantere «Skype for Business Server 2019».

Erscheinungsdatum

Um eine der wichtigsten Fragen bereits am Anfang zu klären: voraussichtlich wird der erste Preview gemäss Microsoft nicht vor Mitte 2018 verfügbar sein. Wir dürfen uns also noch ein wenig gedulden und weiterhin viel im Voraus Lesen und uns informieren, bis es dann endlich soweit ist.

Architektur

Von dieser Seite her gibt es auch einige Änderungen. Bestehende Installationen können direkt von Lync 2013 oder Skype for Business 2015 auf den neuen «Skype for Business 2019» migriert werden. Die Migration kann dabei nur «Side by Side» (Migrationsverfahren) erfolgen. Anstatt die Plattform zu entfernen und neu zu installieren, wird die neue Infrastruktur parallel aufgebaut, was ja auch durchaus Sinn macht. Als Betriebssystem wird der Windows Server 2016 sowie als Datenbank die aktuellste Microsoft SQL 2016 vorausgesetzt.

Eine weitere Neuerung ist, dass es keine Skype for Business Standard Edition mehr geben wird und nur noch die Enterprise Variante eingesetzt werden kann. Der Unterschied dieser Beiden ist, dass bei Skype for Business 2015 Enterprise Edition die Datenbank auf einem anderen Server liegen muss. In anderen Worten ist es somit nicht mehr möglich, Skype for Business mit nur einem Server aufzusetzen.

Der Hintergedanke dabei könnte sein, dass kleinere Unternehmen nicht den Aufwand in Betracht ziehen, ihre eigene Plattform zu betreiben, sondern die Cloud Lösung von Microsoft vorziehen. Wer aber seinen Server weiterhin on premise betreiben will, dem soll mit «Skype for Business 2019» nichts im Wege stehen. Zudem gibt es weiterhin die Möglichkeit eines Hybrideinsatzes, u.a. auch mit der Cloud Connector Edition.

Nebenbei bemerkt: neu heisst die Cloud PBX von Microsoft «Phone System» und PSTN Calling «Calling Plan». Ausser den Namen dürfte sich aber noch nicht viel verändert haben.

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Microsoft Teams

Einer der grössten und wichtigsten Statements aber war die Ankündigung des Collaboration Tools «Teams». «Teams» wurde innerhalb eines Zeitraums von 6 Monaten bereits von über 125'000 Unternehmen genutzt - eine beträchtliche Zahl! Das neue Tool ist in den Abonnements von Office 365 enthalten und kann somit ohne grossen Lizenzaufwand genutzt werden.

Bis anhin war aber nicht bekannt, wie Microsofts die Zukunft der beiden Produkte «Teams» und «Skype for Business» sieht – nun wissen wir mehr:

Was ist «Teams»?

An dieser Stelle ein kleiner Refresher was «Teams» überhaupt ist, damit die genannten Parallelen deutlicher werden. «Teams» ist die Plattform für die interne und externe Zusammenarbeit eines Unternehmens. «Teams» ist eine reine Cloud Lösung von Microsoft und kann nicht on premise installiert werden. «Teams» ist sehr tief in die bestehende Office 365 Palette verknüpft. So wird beispielsweise pro neues Team im Hintergrund eine neue Gruppe eröffnet (was Auswirkungen auf Active Directory, Exchange etc. hat) und auf dem entsprechendem SharePoint Server eine eigene Dokument-Struktur angelegt.

In einem Team können Mitglieder sogenannte Channels (Kanäle) eröffnen, bspw. für Sales Projekte oder Marketing Strategien. In diesem Channel existiert dann ein persistenter Chat, d.h. Diskussionen, welche in diesem Chat stattfinden, können auch später wieder gelesen werden. Eigentlich ein cooles Feature. Man stellt sich zum Beispiel vor, jemand kommt aus dem Urlaub zurück und will sich auf den aktuellen Stand bringen. So kann er oder sie ganz einfach den entsprechenden Channel öffnen und nachlesen, über was sich die Kollegen unterhalten haben. Alle entsprechenden Files zu dem Projekt werden dabei einfach im «Teams» erstellt oder hochgeladen und auf SharePoint abgelegt. Somit sind alle relevanten Daten an einem Ort zu finden und das Datenchaos hat ein Ende.

Da es sich aber bei «Teams» um die gesamte Kommunikation dreht, sind Features wie Gruppen Audio oder Video Meetings selbstverständlich auch dabei und haben bereits jetzt unzählige User überzeugt. Die Bedienung des neuen Tools ist sehr intuitiv und bereits nach kleinem Schulungsaufwand für die User einsatzfähig.

«Teams» und PSTN

Wie Sie eventuell bemerkt haben, sind gewisse parallelen mit Skype for Business ersichtlich. Dies ist kein Zufall. «Teams» soll gemäss Microsoft das zukünftige Tool für die Kommunikation und Zusammenarbeit sein. Und falls Sie festgestellt haben, dass noch einige Features fehlen, wie beispielsweise eine PSTN Anbindung - keine Angst, auch dies hat Microsoft bereits angesprochen und verspricht eine zeitnahe Realisation der noch fehlenden Features.

Doch nun die Frage: Wenn «Teams» als purer Cloud Service angeboten wird, wie binde ich mein Festnetz oder PSTN an? Oder kann ich nur Microsoft als meinen Provider haben? Auch dazu hat Microsoft bereits eine Antwort:

Microsoft wird sicherlich als Provider auftreten, wie schon mit Phone Systems (ehemals Cloud PBX) und will zudem die Möglichkeit bieten, mithilfe eines SBC (Session Border Controller) den lokalen Provider zu behalten. Genauere Informationen zu dieser Thematik sind aber noch nicht bekannt. Wichtig scheint, dass ein Ziel bekannt ist und erste Wegweiser gestellt wurden.

«Teams» oder Skype for Business?

Nach dieser Erläuterung könnte man denken, dass Skype for Business von der Bildfläche verschwindet, dies ist jedoch nicht der Fall. Denn «Teams» ist eine komplette Cloud Lösung und lässt keine on premise Installation zu. So werden sicherlich einige Kunden darauf beharren, ihre Daten und Kommunikationstools weiterhin bei sich on premise zu haben und genau dafür wird der «Skype for Business Server 2019» entwickelt. Microsoft will ihren Kunden überlassen, in welcher Geschwindigkeit sie in die Cloud migrieren und wird auch Kunden berücksichtigen, welche nicht in die Cloud wollen. Des Weiteren wird Kunden die Möglichkeit gegeben, sich an die neue Lösung heranzutasten. Man muss sich nicht für einen der beiden Dienste entscheiden, sondern kann diese parallel nutzen. Der Fokus von Microsoft liegt darauf, Erfahrungen und Eindrücke, welche bereits mit Skype for Business gemacht wurden, mit «Teams» zu vertiefen sowie den User neue Features anzubieten.


Es ist offensichtlich, dass Microsoft viel Potential in der Cloud und somit in ihrer vorgestellten Lösung «Teams» sieht. Mit dem vorgestellten «Skype for Business 2019» werden neue Schnittstellen zu «Teams» geöffnet, welche wiederum den Einstieg für einen parallelen Aufbau der beiden Collaboration Tools optimal ermöglicht. Klare Signale, dass «Teams» Skype for Business Online als Cloud Lösung ablösen könnte, sind da. Dies wird jedoch nicht Morgen sein und zudem wird sich «Teams» zuerst noch bewähren müssen.

Microsoft Ignite 2017:

Weitere Informationen und Dokumentationen

Microsoft Ignite 2018:

Für alle «Microsoft Nerds», welche Feuer und Flamme für Microsoft Produkte sind, ist der Event fast obligatorisch. Deshalb hier auch gleich der Link zum Pre-Register.

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